OBI Total

Ich will mir die Haare schneiden. Die Braun-Haarschneidemaschine pflügt eine Schneise, reißt mir einen Büschel Haare aus, verhakt sich in einem weiteren. Es liegt am Akku, dem Motor oder dem Messer. Ich kaufe WD-40-Öl. Die Verkäuferin starrt mich an; ich habe keine Mütze auf. Zu Hause muss ich feststellen, es liegt nicht am Messer. Ich entsorge den Braun und öle das Scharnier der Badezimmertür, die seit zwei Jahren quietscht, sobald ich sie berühre. Ich fahre zu Media Markt, erstehe eine Philips-Haarschneidemaschine und gehe zu OBI. Ich brauche Vierkantholz, um neue Füße unter meinem Sofa anzubringen. Die alten sind vor Wochen abgebrochen. Nach den Anweisungen eines Freundes, der die Neukonstruktion übernimmt,  brauche ich 25 cm lange Teile, aber bei OBI dürfen sie nur noch bis 50 cm schneiden, weil es zu viele Verletzungen beim Personal gab. Der Fachverkäufer empfiehlt mir eine Tischlerei, nur einen Kilometer entfernt. Ich treffe dort auf einen Schauspieler, den ich mal zu einem Casting eingeladen habe. Er erkennt mich nicht. Sein Kollege schneidet mir das Holz für zwei Euro, ohne sich zu verletzen. Zu Hause versuche ich meinen Rest Haare auf eine einheitliche Länge zu trimmen, aber die notwendige Einstellung lässt sich am neuen Gerät nicht fixieren. Meine Mutter ruft an und beschwert sich, meine Schwester sei nicht in Weihnachtsstimmung. Meine Mutter hasst es, wenn ich sehr kurze Haare habe. Ich warne sie vor. Sie sagt, ich soll eine Mütze aufsetzen, wenn ich mich bei ihr blicken lasse. Allmählich gerate ich in Weihnachtsstimmung.