Frauke Petry an innerdeutschem Grenzübergang vor Furcht erschossen

Ich arbeite für Frontex. Das mache ich aus Überzeugung. Weil ich warte. Ich warte auf Frauke. Sie wird kommen; ich weiß es. Wenn sie kommt, bin ich bereit. Ich bin im Training. Niemand hätte mir das zugetraut. Dass ich so gut mit Waffen kann. Dass ich die Ziele treffe. Kleine Handfeuerwaffen liegen mir gut. Ich gehe gern nah an mein Ziel heran, so erziele ich viele Wirkungstreffer. Fangschüsse aus kurzer Distanz. Nähe ist relativ. Ich bin bereit. Ich sehe die Grenze. Wir sehen sie alle; wir warten nur auf die Befehle. Dann werden die Grenzen wieder sichtbar, also wirklich. Solange bin ich die Grenze. Solange ich die Grenze bin, ist die Grenze sicher. Frauke weiß das nicht. Sie weiß nichts von unsichtbaren Grenzen. Deswegen fürchtet sie sich. Sie muss sie sehen können. Aber sie sieht mich nicht. Sie denkt, sie versteht etwas davon, von der Grenze, die ich bin. Aber sie versteht nicht, dass sie die Grenze längst erreicht hat. Sie ist da. Ich lege an. Ich drücke ab. Ich bin ein guter Schütze. Aber ich bin unsichtbar.