Flüchtlingsfernsehen

Nach 3 Tagen Magen-Virus dröhnt nur noch der Kopf – Pollenluft mit Feinstaub, Hitze, ständiger Hangover mit geschwollenen Schleimhäuten. Dafür dann China im Frühling, Shanghai, Hongkong, Peking, da ist die Luft dann besser, da gibt’s nur Smogtote, wenn man nicht mehr wegkommt. Immer noch keine Flüchtlinge in Prenzlauer Berg, es sei denn die Roma-Mutti vor der Bio-Company, deren Titten auf dem Bürgersteig liegen, wenn sie da sitzt, aber die ist schon immer heimatlos, also kann sie ihrer Heimat nicht entflohen sein. Vor Kos die Flüchtlinge jetzt in einem Kreuzfahrtschiff – was wenn das auf Reise geht? Schiffe versenken? Bald ist der Balkan leergeräumt, wer wohnt dann noch im Kosovo, in Bosnien? Was wird aus Albanien? Jeder Tag in einem Auffanglager in Eisenhüttenstadt ist besser als ein Tag in Albanien, sagt ein Albaner, der in Eisenhüttenstadt vierundzwanzig Stunden warten musste, bis seine kranke Tochter medizinisch versorgt werden konnte. Aber ihr wurde geholfen – er ist glücklich. Die öffentlich-rechtlichen schalten ein Flüchtlings-Fernsehen, online laufen ohnehin live-streams: Verfolgen Sie die Welle! Es gibt eine App für Einheimische, die zeigt an, wo man vor Flüchtlingen sicher ist, und es gibt eine für Flüchtlinge, die anzeigt, wo noch ein Zelt-Platz frei ist. Deutschland wird sich verändern, sagt der Bundesinnenminister. Deutschland verändert.