Auf Heimaturlaub von Frontex – Frauke Petry geht der Saft aus

Eigentlich brauche ich eine Gleitsichtbrille, aber Lesen, also die Nähe gucken, kann ich gut ohne Brille. Ich bin nicht bereit, die Hälfte einer Brille mit Fensterglas zu bestücken, wenn diese Hälfte mindestens vierhundert Euro kostet. Also lege ich die Brille zur Seite, wenn ich in die Nähe gucken muss. Weil ich sie ja unmöglich an einem Band befestigen kann, so dass sie dann vor meiner Brust baumeln würde, wenn ich sie absetze. Oder sie über die Stirn, auf den Kopf schieben, das geht natürlich auch nicht. Also weglegen. Eben hocke ich auf dem Fußboden, pumpe einen Sitzball auf (als Maßnahme gegen andere Behinderungen), will ihn zustöpseln. Um das Loch zu treffen, muss ich es sehen. Also nehme ich die Brille ab, lege sie neben mich, denke: Achte darauf! Falls du aufstehen solltest – da liegt jetzt deine Brille! Ich stöpsele das Loch zu, was gut funktioniert, weil ich es sehen kann, dann stehe ich auf, und unter meinem rechten Fuß knirscht es, weil ich auf meiner Brille stehe. So geht das ständig. Ich habe was im Kopf, das irgendwie Sinn macht, schaue voraus, antizipiere pausenlos, und dann ist das wieder weg, Sekunden später, manchmal auch erst nach Minuten, was mich zuversichtlich stimmt. Gestern bin ich draußen, führe sinnlos die Viren auf meinen Schleimhäuten spazieren, da fällt mir ein, dass ich vor 6! Wochen ein Mikro, das mit Batterien betrieben wird, auf On geschaltet habe, ohne es nach Gebrauch wieder Off zu schalten. Seit 6 Wochen befindet es sich unbenutzt in Betrieb, und das fällt mir mitten auf der Straße ein. Ich gehe nach Hause. Die Batterien sind leer, aber noch nicht ausgelaufen. Willkommen in meinem Alltag, denke ich, und frage mich, woran ich gerade gedacht habe. Höchste Zeit, meinen Dienst bei Frontex wieder anzutreten. Zielschießen auf Frauke Petry. Mein Trefferbild zeichnet ein Hakenkreuz auf ihrer Stirn nach. Scheiß auf Brille.